Neue Publikationen: Schwerpunkt „Demoskopie“ in der ZParl

Im neuen Heft der Zeitschrift für Parlamentsfragen gibt es einen Schwerpunkt zum Thema „Demoskopie“, u.a. mit folgenden Beiträgen von mir:

Thorsten Faas: Zur Wahrnehmung und Glaubwürdigkeit von Umfragen aus Sicht der Bürger: Ein Test zweier notwendiger Bedingungen für Umfrageeffekte, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 46, 2015, S. 692–707.
Thorsten Faas, Sascha Huber: Haben die Demoskopen die FDP aus dem Bundestag vertrieben? Ergebnisse einer experimentellen Studie, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 46, 2015, S. 746–759.

Abschlussveranstaltung Politische Kommunikation in Zeiten von Social Media

tf_polkomAm 18.11. fand die Abschlussveranstaltung zum Forschungsprojekt „Politische Kommunikation in Zeiten neuer Informations- und Kommunikationstechnologien“ in der Landesvertretung der Freien Hansestadt Hamburg in Berlin statt, das wir in Kooperation mit der Bonner Akademie für Forschung und Lehrer praktischer Politik und YouGov durchgeführen. Zusammen mit Benjamin Sack habe ich dort zentrale Ergebnisse aus einer Längsschnittbefragung, die von Juli 2013 bis September 2015 in insgesamt fünf Wellen durchgeführt wurde, vorgestellt.

Auf großes Interesse stießen dabei vor allem Ergebnisse zur so genannten „Filterbubble“. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Freundeslisten bei Facebook-Nutzern zu einem großen Teil aus Personen zusammensetzen, die derselben Partei nahestehen wie die Nutzer selbst. Gerade bei Anhängern der „Alternative für Deutschland“ ist diese Tendenz besonders ausgeprägt. Nicht nur dieser Teil des Vortrags sorgte letztlich sogar dafür, dass der zur Veranstaltung angesetzte Hashtag #pksm15 kurzzeitig in Deutschland auf Twitter „trendete“.

Diese Erkenntnisse zur Filterbubble bildeten auch den Fokus in der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Christian Krell moderiert wurde und an der Alexander Schweitzer, Holger Geißler, Jasmin Siri und Thorsten Faas teilnahmen. Als zentrale Erkenntnisse zeigte sich hier die einsetzende Ernüchterung die sich bei der Hoffnung sozialer Medien als Katalysator für die politische Kommunikation in den letzten Jahren ergibt. So verwies Holger Geißler darauf, dass soziale Medien in erster Linie „social“ und nicht „political“ sein. Alexander Schweitzer macht aus eigener Erfahrung deutlich, dass die Filterbubble tatsächlich einer Tendenz unterliegen zu scheint, indem er zu angab, dass unter seinen Facebook-Freunden die SPD die „absolute Mehrheit“ ausmache.

Vortragsreihe zur Landtagswahl 2016 an der JGU

Vortragsreihe-Landtagswahl-20162Am Bereich „Empirische Politikforschung“ an der JGU organisieren wir im Wintersemester eine Veranstaltungsreihe mit Gästen aus der Praxis rund um die Landtagswahl 2016 in Rheinland-Pfalz. Am 4.11. beginnt die stellvertretende Ministerpräsidentin, Eveline Lemke, zwei Wochen später folgt die Ministerpräsidentin, Malu Dreyer. Das gesamte Programm der Reihen gibt es hier als PDF.

Neues Forschungsprojekt: Evaluation des Bürgerbeteiligungsverfahrens zum Klimaschutzplan 2050

In Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung begleiten wir im Bereich „Empirische Politikforschung“ das Bürgerbeteiligungsverfahren zum geplanten „Klimaschutzplan 2050“. Ziel der verschiedene Methoden umfassenden Studie ist es, das Verfahren darauf zu prüfen, ob es den Kriterien guter Bürgerbeteiligung entspricht. Darüber hinaus soll erforscht werden, welche Auswirkungen das Verfahren auf die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger zu Klimaschutz, (direkter) Demokratie und Bürgerbeteiligung hat. Zudem sollen die öffentliche Meinung und der „partizipative Fußabdruck“ nachverfolgt werden. Weitere Informationen zu dem Projekt finden sich auf der Projektseite an der JGU.

Abschlussveranstaltung „Politische Kommunikation in Zeiten von Social Media“

pksm_teaserAm 18. November findet in Berlin (in der dortigen Landesvertretung Hamburgs) die Abschlussveranstaltung zum Projekt „Politische Kommunikation in Zeiten von Social Media“ statt.

Politische Kommunikation verändert sich: Während klassische Massenmedien zunehmend unter Druck geraten, ihre Qualität infrage gestellt und ihnen Vertrauen entzogen wird, gewinnen soziale Online-Netzwerke, allen voran Facebook, an Bedeutung. So ist zumindest die öffentliche Wahrnehmung – empirische Studien dazu gibt es kaum. Dabei mangelt es nicht an spannenden Fragen: Wie informieren sich Menschen heute über das politische Geschehen? Welchen Quellen vertrauen sie? Wie vielfältig sind die Informationen, die sie erreichen? Antworten auf diese Fragen sind von zentraler Bedeutung für unsere Demokratie, denn sie braucht vielfältige Medien, denen Menschen vertrauen.

Um solche Antworten gerade mit Blick auf neue Medien zu finden, haben wir jüngst eine bundesweite Umfrage durchgeführt, die frühere Umfragen aus den Jahren 2013 und 2014 zum Themenkomplex „Politische Kommunikation und Social Media“ fortschreibt. Inzwischen haben wir die Teilnehmer der Studie fünf Mal zu ihrer „politischen Kommunikation“ befragt. Am 18. November werden wir die zentralen Ergebnisse des Projekts im Rahmen der Abschlussveranstaltung präsentieren und anschließend mit Gästen diskutieren.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, dabei zu sein

am 18. November 2015
von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr
in der Hansestadt Hamburg, Vertretung beim Bund
Jägerstraße 1-3,
10117 Berlin.

Um Anmeldung bis zum 8. November 2015 an thorsten.faas@uni-mainz.de oder sack@politik.uni-mainz.de wird gebeten.

Weitere Informationen zur Abschlussveranstaltungen (u.a. das Programm) finden Sie auch im Programmflyer.

Lehre im Wintersemester

Das Wintersemester steht vor der Tür – folgende Lehrveranstaltungen sind im Angebot:

  • Vorlesung „Statistik II“
  • (Projekt-)Seminar „Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2016“
  • BA-Seminar „Wahlforschung replizieren“
  • Examenskolloquium „Empirische Politikforschung“

Wahlpflicht?

NGFH_2015_Heft_10_TitelseiteDas neue Heft der „Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte“ widmet sich aktuellen Fragen der politischen Beteiligung (siehe hier das Inhaltsverzeichnis). Ich beschäftige mich in dem Heft – einmal mehr – mit der Möglichkeit einer Wahlpflicht.

Thorsten Faas: Vor- und Nachteile einer Wahlpflicht, in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, 10, 2015, S. 17–19.

PVS-Sonderheft 50: Politische Psychologie

„Die Politische Psychologie verspricht, die Erklärung politischer Phänomene auf diversen Gebieten zu verbessern. Dies gilt für die Forschung zu politischen Eliten ebenso wie zu mass politics, wie jüngere Entwicklungen in der internationalen scientific community belegen. Auch in Deutschland zeigen sich erste Entwicklungen in diese Richtung, allerdings ist noch ein erheblicher unausgeschöpfter Wissens- und Erkenntnistransfer sowohl zwischen den politikwissenschaftlichen Teildisziplinen als auch zwischen den Fachdisziplinen der Politikwissenschaft und der Psychologie zu konstatieren. Mit seinem Fokus auf dem Querschnittsthema ‚Politische Psychologie‘ soll das Sonderheft dazu beitragen, diese Perspektive in der deutschen Fachdiskussion weiter zu verankern und bestehende Lücken zu schließen“ – so hatten wir als Herausgeber das Ziel für das PVS-Sonderheft „Politische Psychologie“ in unserem Call for Papers im Juli 2013 formuliert.

Die Resonanz damals war überwältigend – insgesamt haben uns über 100 Vorschläge für das Sonderheft aus allen Teilen der Politikwissenschaft erreicht. Nach einem internen und externen Review-Prozess und einer Autorentagung im September 2014 in Mainz ist der Band nun mit insgesamt 21 Beiträgen erschienen. Das Inhaltsverzeichnis kann hier beim Nomos-Verlag eingesehen werden, hier kann das Buch bestellt werden.

Dieser Band wäre ohne die Unterstützung zahlreicher Personen und Institutionen nicht möglich gewesen: Dank gilt Vorstand und Beirat der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW), die unseren Vorschlag für dieses Sonderheft ausgewählt haben. Die Autorentagung im Herbst 2014 wäre ohne die Unterstützung der DVPW und vor allem der Fritz Thyssen Stiftung nicht möglich gewesen. Vielen Dank Ihnen!

Thorsten Faas, Cornelia Frank, Harald Schoen (Hrsg.): Politische Psychologie: Ein interdisziplinäres Forschungsparadigma zur Erklärung politischer Phänomene (PVS Sonderheft 50), Baden-Baden: Nomos, 2015.

Raabisierung von Wahlkämpfen? Neue Publikation!

Gerade noch rechtzeitig vor dem TV-Abschied von Stefan Raab ist eine neue Publikation erschienen, in der ich der Rolle von Stefan Raab im TV-Duell 2013 nachgegangen bin. Mein Fazit am Ende:

„Letztlich kann die Idee, dem TV-Duell mit Stefan Raab zusätzliche Attraktivität zu verleihen, als Erfolg verbucht werden. Mit seinem Auftritt im Duell konnte Raab dabei auch zeigen, dass zwischen Klasse und Masse, zwischen Qualität und Reichweite nicht zwingend ein Gegensatz bestehen muss. Sicherlich wird eine „Raabisierung“ von Wahlkämpfen kein Allheilmittel sein, um der skizzierten Tendenz in Wahlkämpfen zu begegnen, aber eine sinnvolle und effektive Maßnahme ist in solchen Unterfangen ohne Zweifel zu sehen.“

Man darf gespannt sein, ob jemand und ggf. wer diese Rolle 2017 einnehmen wird!

Thorsten Faas: Raabisierung von Wahlkämpfen in Zeiten rückläufiger Wahlbeteiligung? Ein Blick auf das Fernsehduell 2013, in: Ursula Münch, Heinrich Oberreuter (Hrsg.): Die neue Offenheit. Wahlverhalten und Regierungsoptionen im Kontext der Bundestagswahl 2013, Frankfurt a.M.: Campus, S. 287–308.

Rheinland-Pfalz vor der Landtagswahl: PoliTrend verspricht Spannung

Am 13. März 2016 wird in Rheinland-Pfalz gewählt – und die neuesten Zahlen versprechen Spannung: Der neue PoliTrend des SWR sieht fünf Parteien im nächsten Landtag, aber weder eine Mehrheit für Rot-Grün noch Schwarz-Gelb. Einige Einschätzungen dazu gibt es – je nach persönlicher Medienpräferenz – hier:

Economic Voting im Kontext der Fernsehdebatte 2013 – neue Publikation

In einer neuen Publikation gehen Jürgen Maier und ich der Frage nach, ob und wie sich das Fernsehduell 2013 zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück auf ein mögliches „Economic Voting“ ausgewirkt hat – was tatsächlich auch der Fall gewesen ist. So hat es etwa dazu geführt, dass die wahrgenommene Verantwortung der Regierung für die eigene wirtschaftlichen Lage in stärkerem Maße davon abhing, wie diese Lage selbst bewertet wurde – gerade bei den Regierungsanhängern. Wenn sie ihre Lage als gut einschätzten, wirkte sich dies nach dem Duell stärker zugunsten der Kanzlerin aus als zuvor. An dieser Stelle also war die Kanzlerin durchaus erfolgreich. Zudem führte das Duell zu einer Normalisierung: Während nämlich vor dem Duell noch einige Effekte und Muster zu beobachten waren, die nicht im Einklang mit den theoretischen Erwartungen standen (so war etwa kein direkter Effekt der Wahrnehmung der allgemeinen Wirtschaftslage auf die Regierungszufriedenheit zu beobachten), so entsprach das Muster nach der Debatte deutlicher den Erwartungen. Das Duell als Großereignis hat offenkundig dazu geführt, diese Muster zu etablieren – was insgesamt zeigt, dass auch economic voting nichts „Natürliches“ ist, sondern konstruiert und etabliert werden muss, gerade auch im Umfeld von TV-Duellen.

Thorsten Faas, Jürgen Maier: Wahrnehmungen der Wirtschaftslage, Zuschreibungen von Verantwortung und die Auswirkungen auf das Wahlverhalten im Kontext der Fernsehdebatte Merkel-Steinbrück 2013, in: Heiko Giebler, Aiko Wagner (Hrsg.): Wirtschaft, Krise und Wahlverhalten, Baden-Baden: Nomos, S. 237–266.

Vorträge beim AK Wahlen

Die diesjährige Jahrestagung des DVPW-Arbeitskreises „Wahlen und politische Einstellungen“ in Düsseldorf war dem Thema „Nichtwahl und non-elektorale Formen politischer Partizipation im Spiegel der Wahl- und Einstellungsforschung“ gewidmet. Der Bereich „Empirische Politikforschung“ war dabei gut vertreten, u.a. mit folgenden beiden Vorträgen:

Christina Eder, Thorsten Faas: Gegen den Bahnhof = für grün-rot? Eine Analyse des Abstimmungsverhaltens beim Volksentscheid zu Stuttgart 21 in Baden-Württemberg 2011
Daniela Hohmann, Thorsten Faas: Ein altes Wahlkampfinstrument im neuen Glanz: Welchen Beitrag können Haustürbesuche zur Mobilisierung von Wählern leisten? Analysen aus einem Feldexperiment im Kontext der Mainzer Kommunalwahl 2014

Gastvortrag in meiner Statistik-Vorlesung: Die politische Funktion der amtlichen Statistik im Wandel

Am 09.06. ist Eckart Hohmann – ehemaliger Präsident des Hessischen Statistischen Landesamtes – zu Gast in meiner Statistik-Vorlesung. Er wird über das überaus aktuelle Thema:

“Die politische Funktion der amtlichen Statistik im Wandel – von der retrospektiven Dokumentation zur Steuerung politischer Interventionen”.

sprechen. Die Vorlesung findet – wie immer – im Raum 00 212 S 1 Sport statt und beginnt um 18:00 Uhr. Die Veranstaltung ist öffentlich – alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Hat dieses Internet etwa Folgen? Neuer Beitrag!

Soeben ist zumindest schon online ein neuer Beitrag von Julia Partheymüller und mir bei German Politics erschienen: The Impact of Online versus Offline Campaign Information on Citizens’ Knowledge, Attitudes and Political Behaviour: Comparing the German Federal Elections of 2005 and 2009, online hier schon einsehbar… zumindest für manche.

Ergebnisse des Demokratie-Monitoring Baden-Württemberg vorgestellt

In einem gemeinsamen Projekt der Universitäten Mannheim, Tübingen, Stuttgart und Freiburg wurde in den vergangenen beiden Jahren die Demokratie in Baden-Württemberg vermessen. Das Demokratie-Monitoring hatte die BW-Stiftung finanziert. Der Mannheimer Part bestand in der Konzeption und Auswertung einer repräsentativ angelegten Befragung der Menschen in Baden-Württemberg. Nun liegen seit kurzem die Ergebnisse vor, über die u.a. der SWR und die Südwest Presse berichteten.

Die Ergebnisse sind zudem auch bei Springer in Buchform erschienen:
Baden-Württemberg Stiftung (Hrsg.): Demokratie-Monitoring Baden-Württemberg 2013/2014, Wiesbaden: Springer VS 2015

Der Mannheimer Part:
Sarah Perry, Jan W. van Deth, Rüdiger Schmitt-Beck, Thorsten Faas: Bürger und Demokratie in Baden-Württemberg, in: Baden-Württemberg Stiftung (Hrsg.): Demokratie-Monitoring Baden-Württemberg 2013/2014, Wiesbaden: Springer VS 2015, S. 37–150.

Begleitforschung zum Transparenzgesetz

Rheinland-Pfalz soll ein Transparenzgesetz bekommen; im Vorfeld dazu hat es ein umfassendes Beteiligungsverfahren gegeben. Am 11. Mai fand in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz die Abschlussveranstaltung zu diesem Beteiligungsverfahren statt. Ein kurzes Video dazu gibt es hier; dem SWR habe ich hier ein Interview dazu gegeben. Die ersten Ergebnisse unserer Begleitforschung zeigen, dass das Beteiligungsverfahren insgesamt auf große Zustimmung gestoßen ist, die Bürgerinnen und Bürger nun aber auch erwarten, dass ihre Vorschläge ernsthaft diskutiert und verarbeitet werden.

M.Beep – Neue Working Paper Series

Seit April 2015 gibt der Bereich „Empirische Politikforschung“ die Working Paper Reihe „Mainzer Beiträge zur empirischen Politikforschung (M.BeeP)“ heraus, um auf diesem Wege aktuelle Ergebnisse unserer Forschung aus der Wahl- und Einstellungsforschung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der erste Beitrag von Daniela Hohmann und mir geht mit feldexperimentellen Methoden der Frage nach, ob Mobilisierungsmaßnahmen bei Kommunalwahlen, wie Haustürbesuche oder das Verteilen von Flyern, positive Effekte auf die Wahlbeteiligung haben. Dieser und zukünftige Beiträge können auf der Webseite der M.BeeP abgerufen werden.