Zielgerade des Wahlkampfs 2017: Langeweile? Dynamik? Beides?

Wir sind auf der Zielgerade zur Bundestagswahl 2017; Duell, Dreikampf und Fünfkampf liegen hinter uns. Die öffentliche Wahrnehmung des Wahlkampfs ist umstritten. Ist es langweilig? Oder dynamisch? Oder beides? Was passiert mit der AfD? Können wir Umfragen trauen?

Einige Einschätzungen zum laufenden Wahlkampf habe ich hier Deutschlandfunk Kultur gegeben.

Welche Faktoren – etwa der Wahlomat, aber auch Koalitionsüberlegungen – auf der Zielgerade noch für Dynamik sorgen könnten, habe ich hier für den Tagesspiegel aufgeschrieben.

Und auch mit „Das Parlament“ habe ich im Vorfeld der Wahl über den Wahlkampf und seine (unsicheren) Folgen gesprochen, auch das hier nachzulesen.

Auf Duell folgt Fünfkampf

Da wir kein präsidentielles, sondern ein parlamentarisches politisches System haben, ist es inzwischen gute Tradition, TV-Duelle durch ergänzende Formate zu flankieren und so auch die „kleineren“ Parteien zu Wort kommen zu lassen. Am Montag nach dem Duell gab es im ZDF einen Dreikampf (mit CSU, Grünen und Linken) und in der ARD sogar einen Fünfkampf (mit AfD, CSU, FDP, Grünen und Linken). Den Fünfkampf haben wir auch durch Forschung begleitet – hier gilt also: Stay tuned!

Erste Einschätzungen zum Fünfkampf – gerade auch in Abgrenzung zum Duell – habe ich aber hier schon dem Deutschlandfunk gegeben.

Fieberkurve des TV-Duells 2017

Nun ist es also Geschichte, das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz. In guter Tradition haben wir diesen Arbeit mit eigener Forschung begleitet, über 200 Menschen an die Universitäten Mainz und Landau eingeladen, sie mit Fragebögen beglückt und Echtzeitmessungen durchgeführt. Das Ergebnis? Die Fieberkurve des TV-Duells 2017. So sieht sie aus:

Was die Zahlen bedeuten? Hier in unserer Pressemitteilungnachzulesen!

Noch am Abend des Duells habe ich übrigens mit FAZ.net noch ein Facebook Live zum Duell gemacht, nachzuschauen hier:

Miniaturwahlkampf 2017 #tvduell

Das TV-Duell am 3. September läutet die ultimativ-finale Phase des Wahlkampfs ein – Millionen von Zuschauern werden vor den Bildschirmen sitzen (viele werden parallel einen Second Screen verfolgen), darunter auch viele, die vom sonstigen Wahlkampfgeschehen nicht arg viel mitbekommen. Genau darin liegt das große Potenzial der Duelle – Reichweite, gerade auch in politikfernere Schichten hinein.

Mit dem Deutschlandfunk habe ich für einen Hintergrundbericht zum TV-Duell gesprochen, nachzuhören (und zu lesen) hier.

Mit der Welt habe ich auch ein längeres Interview zum TV-Duell geführt, nachzulesen hier.

Und mit SAT1 17:30 habe ich im Studio dazu „getalked“ – guckst Du hier.

Und wem das alles nicht genug ist – auch in unserem YouTube-Kanal bei #WasmitWahlen haben wir uns – natürlich – mit TV-Duellen beschäftigt, etwa zur Wirkung solcher Duelle:

AZ + MZeDf = Interviews mit den Mainzer Direktkandidaten

Gemeinsam mit der Allgemeinen Zeitung Mainz haben wir die Mainzer Direktkandidaten zur Bundestagswahl interviewt und via Facebook Live in die Welt gesendet. Die jeweiligen Endprodukte gibt es hier zu sehen:

Begrüßung und Vorstellung

Ursula Groden-Kranich (CDU)

Carsten Kühl (SPD)

Tabea Rößner (Grüne)

David Dietz (FDP)

Martin Malcherek (Linke)

Sebastian Münzenmaier (AfD)

TV-Duell in 9 Sprachen

deutschland.de ist das Portal des Auswärtigen Amtes zur Außendarstellung gegenüber der Welt. Auch dort habe ich einige Einschätzungen zum TV-Duell abgegeben – und das in 9 Sprachen (fairerweise sollte ich sagen, dass wir nicht das Interview in 9 Sprachen geführt haben, sondern das Ganze danach übersetzt wurde):

– Deutsch: https://www.deutschland.de/de/topic/politik/welchen-einfluss-hat-das-tv-duell
– Englisch: https://www.deutschland.de/en/topic/politics/what-influence-does-the-tv-duel-have
– Französisch: https://www.deutschland.de/fr/topic/politique/quelle-influence-a-le-debat-televise
– Spanisch: https://www.deutschland.de/es/topic/politica/como-influye-el-duelo-televisivo
– Portugiesisch: https://www.deutschland.de/pt-br/topic/politica/que-influencia-tem-o-debate-na-tv
– Türkisch: https://www.deutschland.de/tr/topic/politika/tv-duellosunun-nasil-bir-etkisi-var
– Russisch: https://www.deutschland.de/ru/topic/politika/kakovo-vlianie-televizionnogo-poedinka
– Chinesisch: https://www.deutschland.de/zh-hans/topic/zhengzhi/dianshibianlunyouheyingxiang
– Arabisch: https://www.deutschland.de/ar/topic/syast/ma-hw-tathyr-almnazrt-altlfzywnyt

Was mit Medien…

Der Wahlkampf läuft an, das TV-Duell naht, der Wahlomat auch… die Seiten und Sendungen der Medien müssen gefüllt werden. Da ist man doch gerne behilflich. Hier das eine oder andere zum Nachlesen:

Wer lieber was angucken möchte, aber all unsere #WasmitWahlen-Videos schon auswendig mitsprechen kann – guckst Du hier:

Und bei „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ habe ich auch mal wieder vorbeigeschaut (ab Minute 6:30)

@mediasres im DLF

Das Thema „Medien und Politik unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Demoskopie“ steht derzeit hoch im Kurs. Gestern habe ich mit Antje Allroggen im Deutschlandfunk bei @mediasres darüber gesprochen – das Interview kann man hier nachhören.

Natürlich haben wir uns auch bei www.wasmitwahlen.de schon mit dem Thema beschäftigt, zB in den folgenden beiden Videos… 🙂

Wahlkampf in Wortwolken

Dass in „Wahlkampf“ das Wort „kämpfen“ steckt, hören wir derzeit täglich. Aber worum kämpfen die Parteien eigentlich? Einfache Antwort: Um unsere Stimmen. Das verlagert die Frage aber nur auf eine höhere Ebene, nämlich: Wie machen sie das? Sie kämpfen letztlich um die Spitzenplätze auf der politischen Agenda.

Salienz-Theorie des Parteienwettbewerbs

Vereinfacht ausgedrückt gilt im Wahlkampf: Wer mit seinen Schokoladen-Themen durchdringt, der ist gut unterwegs auf dem Weg zu einem guten Wahlergebnis. Die Salienz-Theorie des Parteienwettbewerbs etwa sagt, dass sich Parteien vor allem darin unterscheiden, wie intensiv sie über verschiedene Themen sprechen. Klassisches Beispiel: Eine sozialdemokratische Partei würde demnach vor allem über soziale Gerechtigkeit sprechen – und zwar letztlich in der Hoffnung, so auch die öffentliche Agenda zu prägen („Agenda-Setting“) und so wiederum das Wahlergebnis am Ende in ihrem Sinne zu prägen, denn auf diesem Themenfeld gilt die Partei als kompetent. Um das zu bewerkstelligen, hat eine Partei verschiedene Instrumente in der Hand, das Vorstellen von Wahlprogrammen etwa oder das Abhalten von Veranstaltungen. Aber vielleicht redet sie auch gar nicht über Themen, sondern rückt ihr politisches Personal in den Vordergrund. Oder zumindest beides als attraktives Paket.

Externe Schocks

Allerdings haben die Parteien nicht die volle Kontrolle über die Agenda. Zuweilen prägen Themen die politische Agenda, zu denen sich alle politischen Parteien äußern und positionieren müssen, gerade in Wahlkampfzeiten – Naturkatastrophen etwa. Ökonomen würden von „externen Schocks“ sprechen. Und noch dazu stehen die Parteien in einem Wettbewerb zueinander, so dass man auch davon ausgehen kann, dass Parteien zuweilen auch übereinander sprechen… manche mehr als andere.

Parteien, Twitter, Wortwolken

Soweit die graue Theorie. Wir wollen das Kommunikationsverhalten der Parteien im Wahlkampf 2017 genauer unter die Lupe nehmen. Wir nutzen dazu die Twitter-Accounts der Parteien und sammeln alle Tweets, die die Parteien darüber absetzen. Die Tweets unterliegen der vollen Kontrolle der Partei, ihre kommunikativen Schwerpunkte sollten sich hier also klar zeigen. Diese Tweets (einschließlich Retweets) verdichten wir Woche für Woche zu so genannten Wordclouds, „Wortwolken“.

Für die Union in der Woche vom 14. bis zum 20. August sieht das dann so aus:

141 Tweets (und Retweets!) wurden über den Account abgesetzt. Diese Tweets haben wir gesammelt, in ihre Textbestandteile zerlegt und anschließend mit Blick auf die Häufigkeit einzelner Wörter analysiert. Dabei werden auch Namensnennungen (@Name) im Text eines Tweets als Wörter gezählt. Ebenso werden hashtags (#hashtag) als reguläre Wörter behandelt, wobei in beiden Fällen der Indikator (@ bzw. #) entfernt werden. Die Wortwolken zeigen schließlich die am häufigsten verwendeten Wörter grafisch darstellt: Je größer (und zentraler) das Wort in der Wolke, desto häufiger kam es in den Tweets vor. Dargestellt werden alle Wörter, die mindestens zwei Mal innerhalb einer Woche genutzt wurden (ausgeschlossen werden dabei Artikel etc.).

Die folgenden Grafiken zeigen, wie sich diese Wortwolken für die einzelnen Parteien, aber auch über alle Parteien hinweg in den vergangenen Wochen des Wahlkampfs entwickelt haben. Und wir bleiben bis zum Wahltag hier am Ball!

Alle Parteien (zum Vergrößern anklicken!)

CDU

CSU

SPD

Linke

Grüne

FDP

AfD

Merkel gegen Steinbrück 2013

Kürzlich ist unser neues Buch zum TV-Duell 2013 erschienen: Merkel gegen Steinbrück – danke an alle, die zum Entstehen dieses Buches beigetragen haben! Darin enthalten:

  • Thorsten Faas, Jürgen Maier, Michaela Maier (Hrsg.): Merkel gegen Steinbrück: Analysen zum TV-Duell vor der Bundestagswahl 2013 Wiesbaden: SpringerVS, 2017.
  • Thorsten Faas, Jürgen Maier, Michaela Maier: Einleitung – TV-Duelle als Forschungsgegenstand, in: Thorsten Faas, Jürgen Maier, Michaela Maier (Hrsg.): Merkel gegen Steinbrück: Analysen zum TV-Duell vor der Bundestagswahl 2013, Wiesbaden: SpringerVS, 2017, S. 1–9.
  • Thorsten Faas, Jürgen Maier: It’s the media, stupid? Die Bedeutung der medialen Nachberichterstattung des Duells, in: Thorsten Faas, Jürgen Maier, Michaela Maier (Hrsg.): Merkel gegen Steinbrück: Analysen zum TV-Duell vor der Bundestagswahl 2013, Wiesbaden: SpringerVS, 2017, S. 191–206.
  • Thorsten Faas, Jürgen Maier: TV-Duell und TV-Dreikampf im Vergleich: Wahrnehmungen und Wirkungen, in: Thorsten Faas, Jürgen Maier, Michaela Maier (Hrsg.): Merkel gegen Steinbrück: Analysen zum TV-Duell vor der Bundestagswahl 2013, Wiesbaden: SpringerVS, 2017, S. 207–217.

Zwei Wochen noch bis zum Duell!

In zwei Wochen steigt der Höhepunkt des diesjährigen Wahlkampfs 2017 – das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück Martin Schulz. Dieses Ereignis will natürlich vorbereitet werden – und für diesen Zweck haben wir verschiedene Dinge im Angebot:

Wer gerne Bücher liest, dem sei unser kürzlich erschienener Sammelband „Merkel gegen Steinbrück: Analysen zum TV-Duell vor der Bundestagswahl 2013“ empfohlen.

Wer lieber Videos schaut, für den haben wir bei #WasmitWahlen (www.wasmitwahlen.de) verschiedene Videos im Angebot, etwa unser jüngstes, in dem wir uns mit der Nachberichterstattung zum Duell beschäftigt haben:

Neu erschienen: Ergebnisse der Evaluation der Bürgerbeteiligung zum Klimaschutzplan 2050

Die Entstehung des Klimaschutzplan 2050 wurde durch ein umfangreiches (Bürger-)Beteiligungsverfahren begleitet, welches die „Empirische Politikforschung“ gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung evaluiert hat. Nun ist unser gemeinsamer Projektbericht erschienen, der hier heruntergeladen werden kann.
Thorsten Faas, Christian Huesmann: Die Bürgerbeteiligung zum Klimaschutzplan 2050: Ergebnisse der Evaluation, Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2017.

#FilterBubbles

In unserem neuen #WasmitWahlen -Video beschäftigen wir uns mit Filterbubbles, siehe hier:

Berlin, Berlin, wir waren in Berlin

Mit 17 Studierenden unseres MA-Studiengangs „Empirische Demokratieforschung“ waren wir jüngst in Berlin, um uns vor Ort ein Bild vom Wahlkampf aus sehr verschiedenen Perspektiven machen zu können. Vielen Dank allen für die vielfältigen Einblicke!

Einige Eindrücke der Exkursion gibt es hier:

Roadshow – next stop: Freiburg

Ein Wahljahr im Zeichen der Unsicherheit – das will offenkundig eingeordnet werden. Gestern war ich auf Einladung von Michael Wehner zu Gast in Freiburg und konnte dort einige Anmerkungen zum Wahljahr und der bevorstehdnen Wahl machen. Herzlichen Dank für die Einladung! 🙂

Alda, was geht… noch in diesem Wahlkampf?

Immer mehr Menschen entscheiden sich erst spät im Wahlkampf, die Zahl der Unentschlossenen ist hoch. Was geht noch in diesem Wahlkampf? Um diese Frage beantworten zu können, werfen wir einen Blick zurück auf die Bundestagswahlen 2005, 2009 und 2013: Welche Muster waren dort erkennbar?

Antworten auf diese Frage habe ich hier in meinem jüngsten Beitrag für FAZ.net formuliert:
http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/datenanalyse-ist-die-bundestagswahl-schon-gelaufen-15050298.html

Wer lieber Videos mag, der schaue hier:

Highlights des jüngsten Demokratielunchs

Beim fünften und vor der Bundestagswahl letzten Demokratielunch, den wir in Kooperation mit der FES Hessen durchführen, waren Katharina Barley und Thomas Leif zu Gast im Wohnzimmer in Wiesbaden, um über Wahlen und das Wahlkämpfen heute zu diskutieren. Die Highlights gibts hier zum Nachschauen:

Einmal Demoskopie, immer Demoskopie…

In diesem Jahr hatte ich das Vergnügen, bei der Jahrestagung des „Netzwerk Recherche“ in Hamburg dabei sein zu können – und zwar in einem Panel zum Thema „Demoskopie“. Mit dabei waren auch Katharina Brunner von der Süddeutschen Zeitung und Gregor Aisch von der New York Times. Einen kurzen Beitrag zu unserem Panel gibt es hier:

https://netzwerkrecherche.org/blog/eine-checkliste-fuer-journalisten-wie-mit-meinungsumfragen-umgehen/

Das ganze Panel kann man hier nachschauen (mein Input dabei ab Minute 9:27):

Und wer lieber gepflegt etwas hören möchte – Stefan Fries hat einen schönen Hintergrund zum Thema für den Deutschlandfunk gemacht, höre hier:

http://www.deutschlandfunk.de/demoskopen-unter-der-lupe-wie-wahlumfragen-politische.724.de.html?dram:article_id=390336

Wem das alles zu fancy ist… bei #wasmitwahlen gibts auch Videos zum Thema Demoskopie, sogar gleich am Anfang der Playlist: