Hier endlich wieder eine Grafik von Ansgar Wolsing. 🙂 Wir haben uns mal die 78 Berliner Wahlkreise angeschaut bei der AGH-Wahl. Welche Muster finden sich dort ähnlich bei den Erst- u Zweitstimmen? Auffällig ist dabei vor allem, wie flach die AfD bzw. ihre Linien sind, die für jeden der 78 Wahlkreise das Erst- mit dem zugehörigen Zweitstimmenergebnis verbinden. AfD-Wähler:innen scheinen ihre Stimmen nicht zu splitten, sondern ein straight ticket zu wählen: Erst- u Zweitstimme AfD, fertig. Bei Grünen und SPD, aber auch CDU sieht es anders aus. Sie haben in einigen Wahlkreisen deutlich bessere Erst- als Zweitstimmenergebnisse (erkennbar an den stark abfallenden Linien). Umgekehrt bei den Linken! Ein Splitting „Zweitstimme Links, Erststimme SPD/Grün“ scheint verbreitet zu sein. Koalitionspolitisch vllt nicht uninteressant.
Noch deutlicher sieht man das in der zweiten Grafik. Die Linke erhielt im Schnitt (Median!) 1,6 Prozentpunkte mehr Zweit- als Erststimmen. Grüne, SPD u CDU umgekehrt mehr Erst- als Zweitstimmen (1,4, 0,85, 0,7). AfD kaum Abweichungen. Abweichungen sind zT krass groß u gehen in den zweitstelligen Bereich. Taylan Kurt in Mitte 4 holt 15%P mehr Erst- als seine Grünen Zweitstimmen, Danny Freymark in Lichtenberg 1 13,6%P mehr als seine CDU (verliert trotzdem den WK); Lars Düsterhöft 13,3%P mehr in Treptow-Köpenick 3 als die SPD.
Moment, mögen jetzt einige sagen. Sollte man das nicht in einer Logik von Winkelhalbierenden darstellen? Völlig richtig, daher noch Abbildung 3. Krass v.a. die AfD-Linie, die eine nahezu perfekte Korrelation im Bereich von r=1 ist (mit a=0 u b=1).


