

Wahlen, Wahlkämpfe, Wahlforschung, Wahlstudien



… in diesem Wintersemester – und dieses Mal hat es gar nichts mit der Qualität der Vorlesung zu tun, sondern mit dem blöden Corona-Virus. Die Uni ist zu (zumindest dürfen keine Studis rein) – also sieht das derzeit so aus, wenn ich virtuelle Vorlesungen aufnehme und dann später über VBrick (!) ausspiele …

Corona zwingt uns alle ins mobile Office… also machen wir unsere Meetings jetzt per WebEx-Meeting, Sprechstunden in unseren persönlichen Räumen, Lehre per Meeting und Events (WebEx). Nicht einfach, aber auch nicht unspannend.

Jeder koaliert irgendwie mit jedem dieser Tage… aber wie gehen Wähler*innen eigentlich damit um? Woran orientieren sie sich? In einem neuen Beitrag gehen Holger Reinermann und ich gehen genau diesen Auswirkungen von Koalitionen auf die Wahrnehmung von Parteien und ihren Positionen (zueinander) nach. Dafür greifen wir auf Panelbefragungen in Baden-Württemberg zwischen 2011 bis 2016 (und damit dem Wechseln von Schwarz-gelb zu Grün-rot zu Grün-schwarz) zurück. Der Artikel ist Teil des neuen PVS-Sonderheft „Continuity and Change of Party Democracies in Europe„.
… und das braucht Einordnung: Selbige durfte ich bei RBB Kultur und SWR2 liefern. Die Themen der Sendungen waren Wahlausgang und Veränderungen, Parteiensystem und Wandel.
RBB: „Hamburg hat gewählt – was jetzt, Deutschland?“
SWR2: „Nach der Hamburg-Wahl – Zerbricht unser Parteiensystem?“

Kürzlich durfte ich mal wieder in der Phoenix-Runde zu Gast sein. Wenige Wochen nach der Wahl des neuen SPD-Führungsduos ging es um den Zustand der SPD und der GroKo. Weitere Gäste waren die Publizistin Liane Bednarz, die Vorsitzende der bayrischen Jusos Anna Tanzer und Philipp Amthor (MdB CDU), Den Mitschnitt der kompletten Sendung gibt es hier.
Ob man das Wahlalter absenken sollte oder nicht, ist eine offenkundig weltweit umstrittene Frage. Zumindest deuten die unterschiedlichen Praktiken darauf hin, die in Deutschland auch auf subnationaler Ebene zu beobachten sind: In manchen Ländern dürfen 16-Jährige (und 17-Jährige) bei Kommunal- und Landtagswahlen wählen, in anderen nur bei Kommunalwahlen, in anderen wiederum gar nicht. Auf diese Muster und ihre Folgen gehen Arndt Leininger und ich in unserem Beitrag zu Deutschland ein, der im Sammelband zu „Wählen mit 16“ von Jan Eichhorn und Johannes Bergh „Lowering the Voting Age to 16: Learning from Real Experiences Worldwide“ erschienen ist.


Jürgen Maier und ich erforschen TV-Duelle in Deutschland, seit es sie gibt (ein großer Satz) – nämlich 2002. Nun haben wir in einem neuen Buch nicht nur unsere gesammelten Studien, sondern den Forschungsstand insgesamt aufbereitet. Wer sich also für diese „Wahlkämpfe im Miniaturformat“ interessiert, findet vielleicht dieses Buch hilfreich!
Jürgen Maier, Thorsten Faas: TV-Duelle, Wiesbaden: SpringerVS, 2019.

Am 11. Dezember 2019 konnte ich an einem Wahlrechtsforum unter dem Titel „Wahlrecht und Parité“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg teilnehmen, dass der Kollege Winfried Kluth federführend organisiert hat. Hintergrund: In Sachsen-Anhalt haben sich die Koalitionspartner im Jahr 2016 darauf verständigt, verfassungskonformes Parité-Gesetz zu prüfen. Ich durfte dort eine politikwissenschaftliche Perspektive einbringen [ein paar Ergebnisse meines Vortrags habe ich später hier vertwittert]. Ein ausführlicher Bericht zur Tagung ist auch hier zu finden.

Bei der zweiten Ausgabe der „Debatte Dahlem“ stand die Debattenkultur im Netz im Mittelpunkt. Dazu diskutierte Medienjournalist Jörg Wagner mit Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur des Tagesspiegels, sowie Politikwissenschaftler Prof. Dr. Thorsten Faas von der Freien Universität Berlin.
Auch wenn alle Podiumsgäste schon Erfahrungen mit falschen Behauptungen im Netz gemacht haben, bestand keineswegs Einigkeit darüber, wie einzigartig die Gefahr ist, die aktuell von Fake News ausgeht und wie besorgt man darüber sein sollte. Die Panelisten diskutierten unter anderem auch die Dringlichkeit, mit der zu einer umfassenden und zeitgemäßen Bildung die Fähigkeit gehört, Falschmeldungen im Internet zu erkennen und Quellen zu hinterfragen. Wie schon in der ersten Auflage der Debatte Dahlem, war auch dieses Mal das Publikum an der Diskussion beteiligt. Hier wurde der Fokus noch einmal auf die Herausforderung durch Akteure gelenkt, die ganz bewusst ihre eigenen Nachrichten mit ihren eigenen Medienformaten produzieren und sich so der Kontrolle von journalistischen Standards entziehen.
Die ganze Debatte gibt es hier als Live-Mitschnitt.
Als Online-First war der Beitrag „Between Thin- and Host-Ideologies: How Populist Attitudes Interact with Policy Preferences in Shaping Voting Behaviour“ von Nicole Loew und mir schon länger verfügbar. Jetzt ist er auch für die Freunde des gepflegten gedruckten Hefts verfügbar und zwar als Teil des Special Issues „Minding the gap? Political Representation of Populist Parties“ der Zeitschrift „Representation“.
Zur Mitgliederabstimmung und der Wahl der neuen SPD-Führung hat Thorsten Faas dem Deutschlandfunk ein Interview gegeben. Darin thematisiert er, was das Ergebnis des Mitgliedervotums bedeutet und vor welchen Herausforderungen die Partei nun steht.
Das ganze Interview kann hier nachgehört werden.

„Das große Zittern – Verlässt die SPD die GroKo?“ war am gestrigen Dienstag das Thema der Phoenix-Runde, an der ich neben dem früheren Berater von Peer Steinbrück, Hans Roland Fäßler, der bayrischen Juso-Vorsitzenden Anna Tanzer und dem stellvertretenden BILD-Chefredakteur Paul Ronzheimer teilnehmen durfte. Zum Nachschauen gibt es die Runde hier.

Bei der siebten Ausgabe von Demokratie um 12 diskutierte Thorsten Faas mit Christine Jacob, Botschaftsrätin für Sozialpolitik der Französischen Botschaft, Cansel Kiziltepe, MdB und Mitgründerin des Berliner Netzwerks Parität sowie Prof. Dr. Silke Ruth Laskowksi, Professorin für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Universität Kassel über das Thema „(Un)Gleiche Teilhabe und Repräsentation: Ein Paritätsgesetz für Deutschland?“.
Bereits in ihrem Grußwort verwies Staatssekretärin Heike Raab, Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa für Medien und Digitales, auf die immer noch unterschiedlichen Standards, die im politischen Alltagsgeschäft für Frauen und Männer gelten. Dies konnte auch Cansel Kiziltepe aus eigener Erfahrung bestätigen. Sie wies mit Nachdruck darauf hin, dass mit dem Brandenburger Paritätsgesetz erst ein kleiner Schritt gemacht sei. Auch da das dortige Gesetz aktuell noch auf dem Prüfstand vor dem Landesverfassungsgericht stehe, machte sie deutlich, dass es mit Blick auf Berlin und die Bundesebene eben nicht nur um juristische Machbarkeit gehen dürfe. Vielmehr sei es eine Frage des politischen Gestaltungswillens, wie die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zukünftig politische Realität werden könne.

Bei der jährlich stattfindenden Konferenz der German Studies Association habe ich einen Vortag mit dem Titel „Voting Age 16—Who Cares? The Effect of Eligibility on Political Interest and Knowledge of Adolescents” gehalten. Der Vortrag basiert auf einem Papier, in dem wir – Arndt Leininger (Freie Universität Berlin), Sigrid Roßteutscher (Goethe Universität Frankfurt) und Armin Schäfer (Universität Münster) und ich – die Auswirkungen der erstmaligen Wahlberechtigung auf die politische Sozialisation von Heranwachsenden untersuchen. More to come!
Anlässlich der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg durfte ich an mehreren Stellen Einschätzungen abgeben:
Tagesspiegel – Politische Traditionen erschüttert
Was jetzt? (Zeit Podcast) – Tektonische Verschiebungen in Sachsen und Brandenburg
Merkur – AfD im Dauer-Höhenflug: Warum der Osten so anders wählt
Saarländischer Rundfunk – Prof. Thorsten Faas: „Da können noch so viele Milliarden nicht helfen“
Gestern fand die erste Regionalkonferenz der SPD auf der Suche nach neuen Vorsitzenden statt. Ich habe dazu mit Deutschlandfunk Nova gesprochen und war gestern in der Phoenix-Runde zu Gast:
Deutschlandfunk Nova – SPD: Doppelspitze verzweifelt gesucht